Erinnerung als Zukunftsaufgabe

Erinnerung als Zukunftsaufgabe: Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn befürwortet Weiterentwicklung von Stalag 326

Das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn unterstützt das Bestreben, die Gedenkstätte Stalag 326 (VI K) Senne zu einer nationalen Gedenkstätte und zum zentralen Erinnerungsort für die Opfergruppe der sowjetischen Kriegsgefangenen weiterzuentwickeln. Auf seiner Vollversammlung fasste die oberste Vertretung der katholischen Lainnen und Laien einen entsprechenden Beschluss.

„Die jüdisch-christliche Erinnerungskultur sieht das Leiden der Opfer. Sie sind Mahnung wie Maßstab für die Gestaltung der Zukunft. Gerade in der Zeit des wachsendenden Rechtspopulismus und der immer weniger werdenden Zeitzeugen haben Gedenkstätten eine wichtigere Bedeutung denn je, um unsere Demokratie zu stärken“, erklärt Jan Hilkenbach, Vorsitzender des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn.

Dabei sieht das Diözesankomitee die schwierigen Abwägungen der politisch Verantwortlichen, wenn es darum geht, angesichts schwieriger werdender Haushaltslagen längerfristige Verpflichtungen einzugehen.

Die Stalag-Gedenkstätte biete die große Chance, das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem Erinnerungsschatten herauszuholen, erinnert Vorstandsmitglied Johannes Menze an eine Mahnung des ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck. „Erinnerungsorte wie das Stalag schärfen das demokratische Bewusstsein, weil sie den Abgründen der Menschenverachtung und der Ideologie gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aufklärerisch entgegenwirken“, betont Menze.

Die Laienvertretung appelliert deshalb an alle Entscheidungsträger der kommunalen Familie in OWL, in NRW und auf der Bundesebene, die notwendigen und angemessenen Kosten als Investition in die gesellschaftliche Zukunft zu erachten und den Ausbau dieser zentralen Gedenkstätte entsprechend angemessen auszustatten.

Zwischen 1941 und 1945 verbarg sich hinter der Bezeichnung Stalag 326 (VI K) Senne ein menschenverachtendes Kriegsgefangenenlager zwischen Hövelhof und Stukenbrock, in dem insbesondere sowjetische Kriegsgefangene systematisch durch Hunger, Krankheiten und Zwangsarbeit geschwächt und umgebracht wurden.

 

Veröffentlicht: 1.12.2023