Statement der Vorsitzenden Nadine Mersch und Jan Hilkenbach zu Ergebnissen der unabhängigen Studie der Universität Paderborn zu sexueller Gewalt im Erzbistum Paderborn

Erschütterung allein hilft nicht – Das Diözesankomitee fordert konsequente Veränderung von Strukturen, die Gewalt in der Kirche begünstigen

Paderborn, 13. März 2026. „Als Vorsitzende des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn sprechen wir allen Betroffenen sexueller Gewalt unser aufrichtiges Mitgefühl für das erlittene Leid aus. Jede Form sexueller Gewalt hinterlässt tiefe Spuren und es ist unerlässlich, dass die Betroffenen Gehör finden, entschädigt werden und notwendige Unterstützung erhalten.

Für Engagierte in der Kirche bleibt unerträglich, dass kirchliche Amtsträger den Kern christlicher Werte mit Gewalttaten und Vertuschungen derart missachtet haben. Zu der in der Studie benannten ‚Vertuschungsspirale‘ gehörten auch Vertreter*innen der Laiengremien.

Die Ergebnisse der Studie zeigen in bedrückender Weise, welch unglaubliches Leid so vielen Menschen angetan wurde. Beschämend ist, wie Gewalttaten verborgen geblieben und aktiv vertuscht worden sind. Besonders bestürzt uns, dass auch Engagierte in der Kirche Betroffene im Stich gelassen und zum Schutz von Tätern und Beschuldigten beigetragen haben. Das Leid der Betroffenen verpflichtet alle Verantwortlichen, egal ob hauptberuflich oder ehrenamtlich, sich ganz entschieden für die Überwindung von Haltungen und Strukturen, die den Missbrauch auch heute noch begünstigen, einzusetzen.

Wir erkennen an, dass die Bistumsleitung die Aufarbeitung ernsthaft verfolgt und der Intervention und Prävention einen hohen Stellenwert beimisst. Dieser Einsatz muss ergänzt werden durch echte Veränderungen: Transparente Verfahren, geteilte Leitung, starke Mandatierungen und Rechenschaftspflichten müssen flächendeckend praktiziert werden.

Die Untersuchung der Universität Paderborn gibt tiefen Einblick in das Ausmaß sexueller Gewalt in unserem Erzbistum und verdeutlicht die Notwendigkeit konsequenter Veränderungen und nachhaltiger Präventionsmaßnahmen. Diese Ergebnisse müssen als Grundlage für konkrete Maßnahmen dienen, die Prävention, Aufsicht und Schutzmaßnahmen innerhalb des Erzbistums stärken. Eine ernsthafte Aufarbeitung erfordert klare Strukturen, regelmäßige Evaluation und die konsequente Umsetzung von Empfehlungen, um zukünftig sexualisierte Gewalt zu verhindern.

Das Diözesankomitee wird die Ergebnisse der Studie eingehend analysieren, um daraus konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Unser Ziel bleibt, dass unsere Kirche ein Ort der Glaubwürdigkeit, Sicherheit und Solidarität für die Schwächsten ist. Dieser Verantwortung werden wir uns mit der weiteren Begleitung der Aufarbeitung und der Reformen konsequent stellen.“

Das Diözesankomitee ist die demokratisch gewählte Vertretung der katholischen Lai*innen aus den Gemeinden und den katholischen Verbänden im Erzbistum Paderborn und damit der Paderborner Mosaikstein im Laienapostolat Deutschlands.

Fotos: Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn

Veröffentlicht: 13. März 2026

 

Wichtige Links:

  • Weitere Informationen der Universität Paderborn zur Studie „Sexuelle Gewalt an Minderjährigen im Erzbistum Paderborn. Eine historische Untersuchung (1941–2002)“ und die Studie selbst gibt es hier
  • Informationen des Erzbistums Paderborn zur Studie sind hier nachzulesen
  • Unsere Unterseite mit weiteren Informationen rund um die Studie und Hilfsangeboten ist hier zu finden