Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn zieht Bilanz zur Synodalversammlung: „Synodalität stärkt die Zukunft der Kirche“
Paderborn, 31. Januar 2026. Das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn zieht Bilanz zur sechsten und letzten Synodalversammlung, die vom 29. bis 31. Januar 2026 in Stuttgart tagte. Drei Jahre nach der letzten Synodalversammlung der katholischen Kirche in Deutschland lag der Schwerpunkt auf Evaluation und Bewertung des bisherigen Reformprozesses. Die Befragung aller Bistümer zeigte, dass es große Unterschiede und Ungleichzeitigkeiten bei der Umsetzung der Beschlüsse gibt. Zum Ergebnis der Evaluation sagt Jan Hilkenbach, Vorsitzender des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn: „Es ist absolut unverständlich, dass in einigen Diözesen bisher nur sehr wenige Beschlüsse in die Umsetzung gebracht wurden, obwohl die deutschen Bischöfe seinerzeit einstimmig zum Synodalen Weg eingeladen hatten.“ Eine weitere kritische Beobachtung aus der Perspektive des Diözesankomitees ist, dass bislang keine rechtlich verbindlichen Abweichungen vom bestehenden Kirchenrecht realisiert wurden, was die praktische Umsetzung vieler Reformen weiterhin begrenzt. Die Spannung zwischen dem Wunsch nach Erneuerung einerseits und der Verbindlichkeit kirchenrechtlicher Rahmenbedingungen andererseits ist ein zentrales Thema in der fortlaufenden Diskussion.
Positiv hervorzuheben ist, dass der Synodale Weg Missstände klar benannt und Debatten ermöglicht hat, die lange Zeit vermieden oder aufgeschoben worden waren. Der Prozess hat aus Sicht des Diözesankomitees Gesprächsräume geöffnet und Themen auf die Agenda gesetzt, die für die Zukunft der Kirche zentral sind. Eine ganze Reihe dieser Themen werden in die gemeinsamen Veränderungsprozesse im Erzbistum Paderborn integriert. Mit der Beteiligung von Gläubigen an der Vorbereitung der Wahl des Erzbischofs und mit einem neu entwickelten Statut für das Synodale Gremium, den Diözesanpastoralrat, wurden Impulse aus dem Synodalen Weg aufgegriffen. „Neben den wichtigen strukturellen Verankerungen von Machtteilung, bewerten wir beispielsweise die Stellung von queersensibler Pastoral in unserem Erzbistum positiv“, so die Vorsitzende des Diözesankomitees, Nadine Mersch.
Zentrales Anliegen des Synodalen Weges war, Risikofaktoren, die sexualisierte Gewalt begünstigen, konsequent abzubauen. Dies ist aus Sicht des Diözesankomitees nur teilweise gelungen. Mit Blick in das Erzbistum Paderborn werden der Ausbau der Interventions- und Präventionsarbeit, die Stärkung der Betroffenenvertretung und die Maßnahmen zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt deutlich priorisiert. Das Diözesankomitee bewertet diese Schritte als positiv und bestärkt die Beteiligten, vor allem die hoch engagierte Betroffenenvertretung, diesen Weg weiterzugehen.
Mit dem Abschluss der sechsten und letzten Synodalversammlung endet ein wichtiges Kapitel des Synodalen Weges, der große Erwartungen geweckt und zugleich bestehende Spannungen sichtbar gemacht hat. Auf diese Etappe folgt nun die Konstituierung der Synodalkonferenz als Gremium der Verstetigung einer Synodalen Kirche in Deutschland. Nadine Mersch und Jan Hilkenbach, die Vorsitzenden des Diözesankomitees sind sich sicher: „Synodalität stärkt die Zukunft der Kirche, aber nur mit weiteren konsequenten Schritten und klarer Verantwortungsübernahme wirkt der Synodale Weg fort. Die bisherige Arbeit ist ein tragfähiger Ausgangspunkt für eine Kirche, die Hoffnung macht in einer Welt, die Zukunft hat – so wie es die Abschlusserklärung der Synodalversammlung formuliert.“
Das Diözesankomitee ist die demokratisch gewählte Vertretung der katholischen Lai*innen aus den Pfarrgemeinderäten und den katholischen Verbänden im Erzbistum Paderborn und damit der Paderborner Mosaikstein im Laienapostolat Deutschlands.



Fotos: Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn
Veröffentlicht: 31. Januar 2026