Wann, wenn nicht jetzt –
Diözesankomitee fordert Diakonat der Frau

Das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn hat sich im Anschluss an den Pfingstempfang im Rathaus Paderborn auf der letzten ordentlichen Vollversammlung der Wahlperiode für deutliche und schnelle Reformen zur Gleichstellung von Frauen ausgesprochen. Ausdrücklich schließt sich das Laiengremium der Forderung nach dem Diakonat der Frau an und beschließt ein umfassendes Forderungs- und Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Gleichstellung von Frauen und Männern.

Die Vorsitzende des Diözesankomitees Annika Manegold macht die Ungeduld vieler Frauen deutlich: „Es wird Zeit, dass sich in unserer Kirche etwas bewegt. Dafür möchten wir Motor sein, denn viele Frauen warten darauf. Mit dem Beschluss möchten wir Vorschläge bündeln und uns klar positionieren.“

Das Diözesankomitee setzt sich für kooperative Gemeindeleitungen aus Männern und Frauen vor Ort ein, für einen Frauenförderplan und den Ausbau des Mentoring-Programms des Erzbistums. Außerdem fordert das Diözesankomitee das Achten auf geschlechtersensible Sprache und die geschlechterpäritätische Besetzung von Gremien, auch im Finanzbereich, ein.

Mit dem Beschluss ist das Diözesankomitee dem „Netzwerk Diakonat der Frau“ beigetreten und wird dafür Sorge tragen, dass künftig der 29. April, der Festtag der Hl. Katharina von Siena, als Tag der Diakonin auch im Erzbistum Paderborn begangen wird.

Ausdrücklich würdigt das Komitee den langjährigen Einsatz von Frauenverbänden, Netzwerken und einzelner Frauen. „Dieses Engagement wollen wir bündeln und verstärken, denn jetzt ist es an der Zeit, für deutliche und schnelle Entscheidungen zu einer wirklichen Partnerschaft von Frauen und Männern in der katholischen Kirche insgesamt und in unserem Erzbistum,“ erklärt Ansgar Kaufmann, Vorsitzender des Diözesankomitees.

Im Rahmen des Pfingstempfanges hatte Professorin Johanna Rahner aus Tübingen in einem eindrucksvollen Vortrag betont, dass die Gleichstellung von Frauen die entscheidende Frage zur Zukunft der katholischen Kirche sei. Bereits jetzt hätte sich vor allem junge Frauen von der Kirche abgewandt und dies bedrohe den eigentlichen Sendungsauftrag der Kirche.

Johanna Rahner: „Dem real-existierenden, und als nützlich und notwendig beurteilten Handeln von Frauen in der Kirche wird heute die Anerkennung eines sakramentalen Handelns als Anteilhabe am Amt der Kirche explizit nicht zugestanden.“ Um dies zu ändern, bleibe der Kirche nicht mehr viel ZeitAnnika Mangold wendet sich auch deutlich gegen den neuerlichen Versuch der Glaubenskongregation in Rom, die Diskussion um das Priesteramt der Frau für beendet zu erklären.
"Die Unterdrückung einer breit getragenen Forderung ist nach dem Kirchenverständnis des II. Vatikanischen Konzils nicht mehr zeitgemäß. Wir erwarten eine gründliche theologische Diskussion und die ernsthafte Suche nach Möglichkeiten, Frauen am Amt in der Kirche zu beteiligen."


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